v.l.n.r: Hartmut Webersinke, Gerrit Jan van den Brink, Hato Schmeiser, Nick Leake, Wolfgang Bosbach und Moderator Andreas Franik. © Oliver Lepold
  • Von Oliver Lepold
  • 04.04.2018 um 03:55, aktualisiert am 05.04.2018 um 08:41
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Vor welchen Herausforderungen stehen Wirtschaft, Politik und Finanzbranche in Zeiten von Niedrigzinsen und Brexit? In der britischen Botschaft in Berlin diskutierten fünf Experten über mögliche Auswirkungen.

Hartmut Webersinke, Dekan der Wirtschafts- und Rechtsfakultät der Hochschule Aschaffenburg © Standard Life
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  • Über die Partnerschaft in der EU: „Partnerschaft ist anstrengend“

„Wir haben die EU wegen der Arbeitsteilung. Wenn in einer Partnerschaft jeder das macht, was er am besten kann, wenn wir Güter und Leistungen tauschen, dann gewinnen wir alle. Aber eine Partnerschaft ist wie im wahren Leben anstrengend. Es geht darum gemeinsame Ziele zu finden. England hat die EU immer als Wirtschaftsunion gesehen. Je politischer es wurde, gerade in den letzten Krisen, umso mehr Zweifel sind dort aufgekommen. Ich hoffe sehr, dass wir gute Nachbarn bleiben.“

  • Über die Aufgabe der Zentralbanken: „Notenbanken haben politisches Mandat“

„Notenbanken haben heute ein politisches Mandat. Sie bestimmen die Preise der Akten. Unsere kapitalgedeckte Altersvorsorge ist vom Preisangebot der Notenbanken abhängig. Konkret heißt das, 90 Prozent des Deckungsstocks deutscher Lebensversicherer sind Festverzinsliche. Auf einem Nullzinsniveau bedeutet das, dass die Ablaufleistung meiner Altersvorsorge dramatisch kleiner geworden ist. Das ist der Preis für Frieden in Europa.“

  • Über Sparen mit dem Girokonto: „In 40 Jahren Vermögen halbiert“

„Viele Mitbürger warten schon seit zehn Jahren und sind der festen Überzeugung, dass sie 1.000 Euro auf dem Girokonto haben und nichts falsch machen. Nach zehn Jahren muss man ihnen erklären, dass sie 150 Euro Kaufkraftverlust erlitten haben. Wer Altersvorsorge mit dem Girokonto macht, halbiert in 40 Jahren sein Vermögen und er merkt es gar nicht, weil er nominal das Gleiche hat. Wir haben über 40 Jahre gelernt, Festverzinsliche liegen deutlich über der Inflation. Seit der Finanzkrise ist das vorbei, das müssen wir den Menschen erklären. Wir brauchen zwar immer Festgeld, aber doch nicht 90 oder 100 Prozent.“

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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