Bloggen kann jeder: Valentina Kuleshova ist eine 85-jährige, berühmte russische Bloggerin. Sie postet Fotos, ihre Lieblingsrezepte, Geschichten über den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach. © picture alliance / Valery Matytsin / Tass / dpa
  • Von Stephan Busch und Tom Wonneberger
  • 20.03.2019 um 10:30, aktualisiert am 11.04.2019 um 05:52
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lesedauer Lesedauer: ca. 04:20 Min

Bloggen kann für Vermittler ein guter Weg sein, sich bei ihren Kunden als Experte zu positionieren – und neue Kunden zu gewinnen. Wie sollten Makler bei der Planung eines Blogs am besten vorgehen? Die Generation-Y-Spezialisten Stephan Busch und Tom Wonneberger geben in ihrer neuen Kolumne ein paar Tipps.

Bloggen in der Finanzwelt ist anscheinend wie Sex im Teenager-Alter: Jeder spricht darüber. Keiner weiß wirklich, wie es geht. Alle denken, dass die anderen es tun, also behauptet jeder, dass er es auch tut. Dabei muss es gar nicht so kompliziert sein.

Warum bloggen? 

Am Anfang sollte immer das „Warum“ stehen. Warum sollten wir als Makler, Agentur oder Finanzberater bloggen? Schließlich frisst ein regelmäßig gepflegter Blog sehr viel Zeit.

Erfahrungsgemäß verwenden wir zu wenig Zeit für das Stadium des Warums, doch liegt hier aus unserer Sicht der größte Hebel für nachhaltigen Erfolg. Es geht um das Verstehen und wahrnehmen. Menschen neigen dazu, das „Warum“ zu überspringen und schnell über die Umsetzung nachzudenken.

Wichtig ist es, auf Distanz zu gehen, um wahrzunehmen, was andere übersehen, (eigene) Annahmen infrage zu stellen und das Problem kontextbezogen zu analysieren. Nehmen Sie sich für diese Phase also ausreichend Zeit und die Freiheit, nicht sofort zu einem Schluss zu gelangen. Gestatten Sie es sich, „dumme“ Fragen zu stellen.

Das Ziel ist es, innezuhalten, bevor Sie sich in das Abenteuer Blog hineinstürzen und für sich selbst bestimmte Fragen zu beantworten.

  • Warum und für wen ist das relevant?
  • Warum hat sich niemand zuvor damit beschäftigt?

Hilfreich ist dabei unserer Meinung nach der Ansatz der „5 Warums“. Menschen neigen dazu, nach der leichtesten und offensichtlichsten Lösung zu suchen. Wir tendieren dazu, Dinge zu personalisieren, die in Wirklichkeit systemisch sind. Der Ansatz ist ganz simpel und an einem Beispiel anschaulich zu erklären.

  1. Warum will ich bloggen? Weil meine Kunden das wollen.
  2. Warum wollen meine Kunden, dass ich blogge? Weil sie informiert werden möchten.
  3. Warum wollen meine Kunden informiert werden? Weil sie sich unsicher und schlecht informiert fühlen.
  4. Warum fühlen sie sich schlecht informiert? Weil dieses Versicherungsdeutsch keiner versteht.
  5. Warum verstehen meine Kunden das Versicherungsdeutsch nicht? Weil nicht einmal ich es verstehe.

Zugegeben, die letzte Antwort ist etwas ketzerisch, aber zumindest uns geht es oft so. Die „5 Warums“ helfen also die Motivation zu finden, die hinter dem Aufbau eines Blogs steht. In unserem Beispiel soll eine bessere Kommunikation mit Hilfe eines Blogs etabliert werden.

Finden Sie ihr Warum, bevor Sie starten. Wenn Sie kein Überzeugendes finden, lassen Sie das Bloggen besser sein.

autorautor
Stephan Busch

Stephan Busch und Tom Wonneberger

Stephan Busch und Tom Wonneberger sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner aus Dresden.

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