Ein Mann steht mit einem Tablet in einem E-Haus: Es handelt sich dabei um ein Musterhaus für intelligent vernetzte Gebäudetechnik und zeigt zahlreiche Anwendungen im Smart-Home-Bereich. © dpa/picture alliance
  • Von Lorenz Klein
  • 16.05.2019 um 12:40, aktualisiert am 16.05.2019 um 12:45
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Ob Schmuck, Schrank oder Ölgemälde – eine Hausratversicherung sichert ab, was einem lieb und teuer ist. Nun weiten Versicherer den Schutz auch auf Gefahren aus, die aus dem Cyber-Raum in die eigenen vier Wände vordringen.

Von wegen, wenn alles schläft: Gegen 16 Uhr dringt der Täter durch eine gewaltsam geöffnete Kellertür in das Haus ein. Über das Treppenhaus erreicht er die Wohnungstür und hebelt diese auf. Beim Durchstöbern von Schränken findet der Einbrecher Bargeld und Schmuck in noch nicht bekanntem Wert. So schildert die Polizei den Tathergang, der sich laut „Schwäbischem Tagblatt“ im März 2019 in der Gemeinde Wurmlingen ereignete – ob der Täter trotz Hinweisen von Zeugen jemals geschnappt wird, ist ungewiss.

Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden, ist für Betroffene ein schwerer Schock. „Das eigene Zuhause ist ein Rückzugsort, an dem wir uns aufgehoben fühlen möchten“, sagt Kira Granz, Produktmanagerin Hausrat bei der Ammerländer Versicherung. Dringt jemand Fremdes in diesen privaten Bereich vor und macht sich zudem am persönlichen Hab und Gut zu schaffen, offenbart das auf brutale Weise die eigene Verletzlichkeit.

„Etwa alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen“, sagt Andreas Hackbarth, Handlungsbevollmächtigter im Maklerservice bei der GEV Grundeigentümer-Versicherung. Dabei wies die Einbruchstatistik zuletzt rückläufige Zahlen auf: Nach den jüngsten vorliegenden Daten für 2017 mussten die Versicherer 360 Millionen Euro für versicherte Wohnungseinbrüche leisten – so wenig wie zuletzt 2010.

Drei Viertel der Deutschen haben eine Hausrat

Quelle: DEVK

Offenbar treffen die Deutschen zunehmend Gegenmaßnahmen zur Absicherung der eigenen vier Wände. „Fast 45 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen, etwa wenn die Täter nicht schnell genug reinkommen“, weiß der Versicherungsverband GDV zu berichten.

Trotz – oder gerade wegen – dieses hohen Gefahrenbewusstseins erfreut sich die Hausratversicherung hierzulande einer großen Beliebtheit. Drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) sichern ihren Hausrat ab, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Direktversicherers Cosmos Direkt ergab. Nur die Haftpflichtversicherung ist demnach häufiger vertreten. Fragt man nur die Mieter, ist das Bild ähnlich.

Dokumente in Echtzeit

„Die Hausratversicherung bringt ein Stück Sicherheit. Sie kann den Schaden zwar nicht verhindern, doch man weiß, dass zumindest der finanzielle Ausgleich übernommen wird“, sagt GEV-Manager Hackbarth – zumal Einbruch/Diebstahl ja nur eines von vielen Risiken darstellt, das die Police abdeckt.

Weitere Gefahren wie Feuer, Sturm und Hagel, Leitungswasser sowie Blitzschlag ließen sich „schnell und unkompliziert versichern“, sagt Sabine Schäfer, Abteilungsleiterin Hausrat Vertrag bei der Haftpflichtkasse. Bei einem Online-Abschluss bekommt der Kunde „die Dokumente sogar in Echtzeit übermittelt“, erklärt Schäfer das Konzept der hauseigenen Sofort-Police. Das Kalkül: Wenn der Antrag vollautomatisch verarbeitet wird, kann der Vertrag sofort heruntergeladen werden, wodurch der Vermittler sich das Abheften, Einscannen oder postalische Versenden der Police an den Kunden sparen kann.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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