- Von Lorenz Klein
- 10.09.2020 um 17:35
Zum nunmehr 29. Mal hat die R+V Versicherung rund 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit befragt. Dabei zeigt sich, dass die Studie „die Ängste der Deutschen“ im Corona-Ausnahmejahr zu einem vermeintlichen Widerspruch geführt hat. „Viele Sorgen gehen zurück. Deshalb sinkt der Index aller Ängste von 39 auf 37 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1992“, teilte Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters, am Donnerstag in Wiesbaden.
„German Angst“ hat während Pandemie zugenommen
„Wer als Berater in schwierigen Zeiten für seine Kunden da ist, wird in guten Zeiten davon profitieren“
„Viele Berater hören dem Kunden nicht richtig zu“
Im Fokus der Studie stehen 2020 die wirtschaftlichen Themen, so Römstedt. Diese würden lediglich übertroffen von der Befürchtung, „dass die Politik von Donald Trump die Welt gefährlicher macht – Platz eins der aktuellen Umfrage“ (siehe Grafik).
Erstaunlich gering sei in diesem von Corona dominierten Jahr die „Angst vor einer schweren Erkrankung“, heißt es aus Wiesbaden. Diese Angst liegt bei 32 Prozent – im Vorjahr waren es 35 Prozent. So fürchte sich auch nur etwa jeder dritte Befragte davor, „dass er selbst oder die Menschen in seinem Umfeld sich mit dem Coronavirus infizieren könnten“, sagt Römstedt.
Wirtschafts- und Finanzängste rücken wieder nach vorn
Als größtes Problem stufen 53 Prozent der Deutschen die Politik des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump ein – zum zweiten Mal nach 2018. Einen massiven Einfluss habe die Corona-Krise laut der Studienautoren auf die wirtschaftlichen Ängste, wodurch auch die Rangliste durcheinandergewirbelt werde. Konkret: Erstmals seit sechs Jahren ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten wieder unter den sieben größten Ängsten. Nach einem Anstieg um acht Prozentpunkte klettert sie von Platz zehn auf Platz zwei und liegt bei 51 Prozent.
Andere Wirtschafts- und Finanzängste kommen in diesem Jahr hinzu. So befürchtet fast jeder zweite Befragte, dass die deutschen Steuerzahler für überschuldete EU-Staaten zur Kasse gebeten werden (49 Prozent, Platz drei; Vorjahr: 44 Prozent, Platz acht). In die Höhe geschossen ist demnach vor allem die Angst vor einem Konjunktureinbruch: Belegte sie im vergangenen Jahr mit 35 Prozent noch Platz 14, springt sie jetzt nach einem Anstieg um 13 Prozentpunkte an die vierte Stelle der größten Sorgen.
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