- Von Karen Schmidt
- 26.02.2025 um 15:42
Es hat fast jeden getroffen. 86 Prozent der Autobesitzer in Deutschland müssen nach der letzten Beitragsrunde nun mehr für ihre KFZ-Versicherung zahlen. Das geht aus einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox hervor (wir berichteten). 66 Prozent der Befragten geben an, dass sich die Prämie erhöht hat. Bei 8 Prozent ist sie zurückgegangen.
Für weitere 20 Prozent ist der Beitrag zwar stabil geblieben. Dabei handelt es sich aber um eine indirekte Erhöhung. Denn: „Wer ein Jahr lang unfallfrei fährt, steigt in der Schadenfreiheitsklasse und bekommt dadurch eigentlich einen höheren Rabatt angerechnet. Der Beitrag sinkt dann“, erklärt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer Verivox Versicherungsvergleich. „Wenn der Versicherer diesen Rabatt nicht anrechnet, handelt es sich um eine sogenannte versteckte Preiserhöhung.“
35 Prozent mehr Wechsler
Laut Verivox-Umfrage haben die meisten Kunden das Beitragsplus tatenlos hingenommen. Eine Marktuntersuchung von Sirius Campus zeigt aber eine deutlich höhere Wechselaktivität als sonst. Danach kündigten 2,9 Millionen Autoversicherte ihren aktuellen Vertrag und schlossen einen neuen ab. Das ist ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Fünf KFZ-Versicherer haben vor allem Neugeschäft abgezwackt: ADAC Versicherungen, Allianz, Allianz Direct, Huk24 und Huk-Coburg. Gemeinsam verbuchten sie 41 Prozent aller Neuabschlüsse für sich. 70 Prozent der Wechsler haben im Schnitt 125 Euro gespart.
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Dabei ist ein weiteres Ergebnis interessant: Denn 9 Prozent der Wechsler haben sich für einen Telematik-Tarif entschieden. Bei diesen Tarifen – auch „Pay as you drive“-Tarife genannt – ermittelt ein Sensor für jede Fahrt, wie forsch der Autofahrer unterwegs ist. Also wie schnell er ist, ob er stark beschleunigt oder bremst. Je behutsamer der Fahrstil, desto mehr Rabatt gibt es auf die Versicherungsprämie.
Die Allianz blickt aktuell auf einen Gesamtbestand von „weit mehr als 700.000 Verträgen“ mit dem Telematik-Baustein „Bonus-Drive“. „In Zeiten von Inflation und Preisdruck werden Produkte mit Prämienersparnis immer attraktiver, und wir sahen zuletzt in der diesjährigen Abwerberunde, dass das Interesse und die Nachfrage nach Telematik-Tarifen weiterhin hoch sind“, sagt Ulrike Wohl, Produktmanagerin Telematik bei der Allianz.
Huk und Allianz mit Nachfrage zufrieden
„Wir sind mit der Nachfrage sehr zufrieden: Der Bestand wächst“, gibt auch Michael Müller, Leiter Kraftfahrtversicherung Betriebe bei der Huk-Coburg, zu Protokoll. Aktuell nutzten 650.000 Kundinnen und Kunden den Huk-Tarif „Telematik Plus“, so Müller. Im KFZ-Neugeschäft schließe mittlerweile jeder zehnte Kunde diese Option mit ein.
Müller: „Wir stellen generell fest, dass die Preissensibilität zugenommen hat, gerade in der Autoversicherung. Das zeigt sich in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel bei einer Reduzierung der jährlichen Fahrleistung, der Erhöhung von Selbstbehalten – aber auch im Einschluss des Telematik-Tarifs. Gerade mit Telematik können Kundinnen und Kunden die Höhe ihrer Jahresprämie aktiv beeinflussen.“
Bis zu 30 Prozent Rabatt winken in aller Regel bei vorsichtiger Fahrweise. Müller: „Im Durchschnitt erfahren sich die Kunden einen Nachlass in Höhe von 83 Euro pro Jahr. Jeder fünfte dieser Kunden spart sogar 120 Euro.“ Im ersten Jahr gibt es bei den meisten Anbietern auch einen Willkommensrabatt. Die Allianz zahlt beispielsweise 10 Prozent, „sobald die ersten 100 Kilometer an Fahrdaten übermittelt wurden“, erklärt Allianz-Expertin Wohl.
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