US-Präsident Donald Trump erwähnt seine Zollpläne bei einer Rede: Die geplanten US-Zölle könnten deutschen Versicherern aus Sicht des GDV das Geschäft erschweren. © picture alliance / Associated Press | Mark Schiefelbein
  • Von Barbara Bocks
  • 04.04.2025 um 10:33
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Die US-Zollpläne von Donald Trump könnten die Weltwirtschaft enorm durcheinanderbringen. Und hätten damit auch negative Auswirkungen auf deutsche Firmen. Wie stark deutsche Versicherer davon betroffen sein könnten, hat der GDV berechnet.

Die neuen Zollpläne von US-Präsident Donald Trump könnten erhebliche wirtschaftliche Folgen für Europa und insbesondere Deutschland haben. Experten warnen bereits vor den möglichen Auswirkungen. Denn höhere Zölle würden europäische Waren in den USA verteuern, was insbesondere Deutschland als wichtigsten europäischen Exporteur in die USA treffen würde.

„Das ist ein fundamentaler Angriff auf das offene, regelbasierte und multilaterale Welthandelssystem, eine echte Zäsur“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Versichererverbands GDV.

Die angekündigten Maßnahmen sind laut Asmussen eine zusätzliche Herausforderung in einer aktuell ohnehin angespannten Lage. „Um den möglichen Folgen wie einem höheren Inflationsdruck und einer wirtschaftlichen Stagnation etwas entgegenzusetzen, braucht es umso mehr schnelles Handeln in Deutschland und Europa.

Weniger Bürokratie und einen stärkeren europäischen Kapitalmarkt würden aus Asmussens Sicht die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft stärken.

Zölle könnten zur enormen Belastung für amerikanische Bürger werden

US-Präsident Trump selbst betonte, dass seine Zölle Einnahmen in Höhe von 6 Billionen US-Dollar generieren könnten. Das würde sich laut seiner Rechnung auf die 134 Millionen Haushalte in den USA mit durchschnittlich 5.000 US-Dollar pro Jahr niederschlagen.

Aber anders als gedacht: „Denn das ist eine enorme finanzielle Belastung für die US-Bürger“, sagt Asmussen. Der Grund: Einfuhrzölle wirken wie eine versteckte Verkaufssteuer und treffen insbesondere einkommensschwächere Haushalte stark. Eine mögliche Reaktion der US-Notenbank auf den Inflationsdruck könnte eine straffere Geldpolitik sein, die den Dollar aufwertet.

„Wenn der US-Dollar stärker wird, könnte das europäische Produkte auf dem US-Markt zwar relativ günstiger machen, aber zugleich die Importpreise in Europa erhöhen und somit die Inflation in Europa wieder antreiben“, so Asmussen weiter. Zudem könnte die Zollpolitik  Menschen verunsichern und so Investitionen bremsen und die Finanzstabilität gefährden.

Weniger Beitragswachstum für Versicherer durch wirtschaftliche Unsicherheit

Auch die Versicherungswirtschaft wäre von den Zöllen betroffen. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum könnte das Beitragswachstum der Branche dämpfen. Denn makroökonomische Unsicherheit und Wachstumsschwäche drückten auf das Geschäft der Lebensversicherer.

Laut GDV-Berechnungen könnte allein in der Lebensversicherung das Wachstum im Jahr 2025 um bis zu 1,7 Prozentpunkte niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert.

Auch die Schaden- und Unfallversicherung könnte betroffen sein, mit einem möglichen Wachstumsrückgang von bis zu 1,1 Prozentpunkten. Dieser Rückgang käme vor allem in der Transport- und Luftfahrtversicherung sowie Kredit- und Kautionsversicherung zustande.

Die wirtschaftliche Unsicherheit könnte somit insgesamt zu einem abgeschwächten Wachstum in der Versicherungsbranche führen.

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Barbara Bocks

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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