Karnevalsumzug in Stuttgart 2024: Um Karneval sicher zu feiern, benötigen Jecken die eine oder andere Versicherung. © picture alliance/imageBROKER/Thomas Baur
  • Von Barbara Bocks
  • 26.02.2025 um 17:17
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In Karneval- und Faschingshochburgen ist ab Donnerstag die Hölle los. Da kann schon mal das ein oder andere Blöde passieren. Im Ernstfall können Versicherungen Gold wert sein. Welche das konkret sind, erklären Versicherungsexperten.  

Beim Karneval von Altweiberfastnacht bis Aschermittwoch herrscht in vielen Städten Ausnahmezustand. Da geht schon mal was schief. Versicherer kommen längst nicht für alle Schäden auf. Wer Karneval hautnah miterleben möchte, sollte sich laut Arag-Experten beispielsweise vor fliegenden Süßigkeiten in Acht nehmen.

Denn wenn eine „Kamelle“, also ein Bonbon oder eine Pralinenschachtel, eine Person verletzt, hat sie nach Auskunft des Versicherers keinen Anspruch auf Schadensersatz (Amtsgericht Aachen, Aktenzeichen 13 C 250/05). Und das gilt nicht einmal dann, wenn sie am Auge getroffen wurde und mehr als die Hälfte ihrer Sehkraft einbüßt (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen 123 C 254/10).

Was viele auch nicht wissen: Wer an Altweiberfasching fremde Krawatten abschneidet, folgt zwar einem alten Brauch. Aber Personen mit gekürzter Krawatte können Schadensersatz verlangen – Tradition hin oder her. Das erklären zumindest die Arag-Experten.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Karnevalisten daher auf die folgenden Versicherungen achten.

Privathaftpflicht- und Hausratversicherung für Besuche von Umzügen
Jecken und Narren strömen in die Kölner Altstadt Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Jecken in der Kölner Altstadt Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Jeder Versicherte muss für Schäden geradestehen, die er einem anderen zufügt, beispielsweise wenn er bei einer Veranstaltung zum Karneval versehentlich einen anderen Besucher zu Fall bringt und dieser sich verletzt.

Die Privathaftpflichtversicherung bewahrt Versicherte laut Angaben des Versichererverbands GDV vor hohen Kosten etwa durch Schadensersatz und Schmerzensgeld. Versicherer übernehmen nicht nur Personen- und Sachschäden, sondern auch Kosten, um ungerechtfertigte Ansprüche abzuwehren.

Wichtig ist, dass Versicherte eine ausreichend hohe Deckungssumme von mindestens 15 Millionen Euro vereinbaren, sagt Bianca Boss, Präsidentin vom Bund der Versicherten.

Auch wichtig zu wissen: Schäden, die ein Versicherter vorsätzlich verursacht hat, übernimmt die Privathaftpflichtversicherung nicht. Schmerzensgeld nach einer Karnevals-Schlägerei muss der Schadenverursacher beispielsweise selbst zahlen.

„Wird während des Karneval-Umzugs im Gedränge etwas gestohlen, greift die Hausratversicherung – sofern sie auch einfachen Diebstahl abdeckt“, erklärt Boss weiter. Doch sie gibt zu bedenken: „Ältere Tarife leisten häufig nur bei Einbruchdiebstahl oder Raub“. Daher sollten Versicherte vor Karnevalsbeginn die Versicherungsbedingungen genau prüfen.

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Barbara Bocks

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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