- Von Barbara Bocks
- 03.04.2025 um 13:41
86 Prozent der Deutschen erwarten, dass die Beiträge für die gesetzliche Kranken (GKV)- und Pflegeversicherung in diesem oder im kommenden Jahr weiter steigen werden. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbands. Das Meinungsforschungsinstitut hat sie im März telefonisch mit 1.002 Befragten ab 18 Jahren durchgeführt.

„Erinnern Sie sich, als Zahnersatz in der GKV gestrichen war?“
DAK-Chef: Teil der Krankenkassen „am Rande der Insolvenz“
Auch die teils sehr starken Beitragssatzsteigerungen in diesem Jahr nerven die Befragten: Fast jeder Zweite fühlt sich dadurch sehr beziehungsweise eher belastet (17 beziehungsweise 29 Prozent). In Ostdeutschland gab das sogar die Mehrheit (52 Prozent) an.
Zum Jahreswechsel erhöhten die meisten gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge (wir berichteten). Der erhobene durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung sprang um über 1,2 Prozentpunkte von 1,7 auf 2,92 Prozent. In der sozialen Pflegeversicherung stieg der allgemeine Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte.
AOK-Chefin fordert nachhaltig stabile GKV-Beiträge
Mit Blick auf die Koalitionsgespräche fordert Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, eine Trendumkehr in der Gesundheits- und Pflegepolitik: „Seit Jahren lässt man die Sozialversicherungsbeiträge laufen und dehnt die Belastungsgrenzen der gesetzlich Versicherten aus.“ Von der künftigen Koalition müsse jetzt unbedingt ein glaubwürdiges Signal der nachhaltigen Beitragsstabilisierung ausgehen.
Das sieht auch die große Mehrheit der Befragten so: 91 Prozent halten es für sehr wichtig, dass die Politik die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung stabilisiert.
- Doch nur 20 Prozent der Bürger haben aktuell den Eindruck, dass die Verantwortlichen Beitragsgelder zur Kranken- und Pflegeversicherung „im Großen und Ganzen wirtschaftlich einsetzen“.
- 70 Prozent der Befragten denken, dass „die Beitragsgelder zu wenig effizient eingesetzt werden und zu viel Geld verschwendet“ werden.
- Rund 10 Prozent der Befragten antworten hier mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe.
Die AOK-Chefin verweist auf die Schätzerkreis-Prognose: Die GKV wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 341 Milliarden Euro ausgeben. „Das sind noch einmal rund 20 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Geld ist also genug da im deutschen Gesundheitswesen. “ Trotzdem wimmele es nur so von Über-, Unter- und Fehlversorgung, schimpft die AOK-Chefin.

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