- Von Karen Schmidt
- 27.10.2020 um 10:59
Einfach mal ein bisschen bloggen oder ein Video bei Youtube hochladen – was kann da schon passieren? Viele Menschen, die sich in die sozialen Medien vorwagen, haben keinen Riecher für mögliche Risiken, die ihnen da begegnen können. Dabei ist ein Fehler schnell passiert. In einer Datenbank recherchiert ein Blogger zum Beispiel ein lizenzfreies Foto für einen redaktionellen Beitrag. Monate später erhält er eine Abmahnung: Das Bild darf nicht genutzt werden. Warum? Weil der Beitrag auch werbliche Teile enthält. Der Fotograf fordert nun Schadenersatz in fünfstelliger Höhe. Oder, der Klassiker, Werbung ist nicht als Werbung gekennzeichnet. Auch hier drohen die Abmahnung und Kosten von mehreren Tausend Euro.
Warum sie auch für Kleinbetriebe so wichtig ist
Deutsche finden Social-Media-Aktivitäten der Versicherer oft langweilig
Wie schnell auch sehr teure Reputationsschäden entstehen können, darauf weist der digitale Versicherer Andsafe auf seiner Website hin: „Ein Influencer bewirbt das Produkt einer Firma. Allerdings hat ihm die Autokorrektur ein Wort auf sensible Art und Weise verändert. Es kommt zu einer negativen Publicity für das Produkt und die Firma selbst. Deshalb werden Schadenersatzforderungen in Höhe von 120.000 Euro aufgrund des schlechten Influencer-Marketings gestellt.“ Das dürfte bei vielen Influencern, die ja meist junge Leute sind, dann deutlich den Rahmen des finanziell Möglichen sprengen.
„Viele Youtuber, Blogger und Influencer kennen die Gefahren und Fallstricke nicht, denen sie ausgesetzt sind“, warnt daher Armin Molla, IT- und Vertriebsvorstand des digitalen Gewerbeversicherers Mailo, der eine spezielle Police für Blogger anbietet. „Während fast alle Handwerker und Friseure eine Absicherung haben, sind Youtuber, Blogger und Influencer in der Regel nicht versichert.“ Online gebe es dabei „unwahrscheinlich viele rechtliche Dinge, die man genauestens beachten muss“, so Molla weiter. Umso wichtiger sei es, diese Zielgruppe richtig anzusprechen und sie darauf aufmerksam zu machen, sich und ihr Geschäft rundum gut abzusichern.
Welches Produkt sollte dabei erste Wahl sein?
„Unbedingt empfehlenswert ist eine Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden im Falle von Schadenersatzforderungen oder Abmahnungen“, sagt Peter Pillath, Underwriting Manager für das gewerbliche Eigentum bei Hiscox. Auch Hiscox hat, wie Mailo, eine Spezial-Versicherung für Blogger im Angebot – die Berufs- beziehungsweise Vermögensschadenhaftpflicht ist in beiden Policen ein wesentlicher Baustein. Bei Schadenersatzansprüchen prüft der Versicherer dann den Haftungsanspruch, wehrt unberechtigte Ansprüche ab und begleicht bei berechtigten Ansprüchen die Kosten. Bei Mailo kann die Versicherungssumme dabei bis zu einer Million Euro betragen, die Nachhaftung ist zeitlich nicht begrenzt. Bei Hiscox liegt die Versicherungssumme in Normalfall bei bis zu 2 Millionen Euro.
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