- Von Karen Schmidt
- 24.03.2025 um 13:57
Geht es um Versicherungen, schließen Gewerbekunden vor allem die Betriebshaftpflicht/Berufshaftpflicht ab. Sie führt mit 98 Prozent ganz klar die Liste der Gewerbepolicen an. Es folgen die KFZ-Versicherung beziehungsweise Fuhrparkversicherung (89 Prozent), Rechtsschutzversicherung (77 Prozent) und Inventarversicherung (72 Prozent).
Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Heute und Morgen. Das Team hat Versicherungsentscheider aus 1.500 Unternehmen in Deutschland aus den Branchen Gewerbe, Bau, Handel und Dienstleistungen mit bis zu 100 Beschäftigten zu ihrer Ausstattung und Zufriedenheit mit Gewerbeversicherungen befragt.

Wie Mitarbeitende für Cyberrisiken von Firmen sorgen
Welche Cybergefahren die Wirtschaft am meisten fürchtet
„Cyberversicherungen sind Pflicht wie die betriebliche Haftpflicht“
Firmenversicherungen für kleine und mittlere Unternehmen (bis 100 Beschäftigte) sind aus Sicht des Marktforschungsinstituts für die Assekuranz ein lohnendes Geschäftsfeld. Die durchschnittliche Zahl der abgeschlossenen Verträge hat sich bei den rund 3,3 Millionen Betrieben dieser Größenklasse in den vergangenen fünf Jahren stabil und positiv entwickelt – 2024 waren es 5,5 Verträge je Unternehmen. 2020 lag dieser Wert noch bei 5,2.
Langfristig positive Entwicklungstrends sehen die Analysten insbesondere bei der Cyberversicherung (aktuelle Marktabdeckung: 22 Prozent, 2020: 14 Prozent) und bei Gruppenversicherungen in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) (aktuell: 15 Prozent, 2020: 12 Prozent).
Pflicht für alle im Internet
Da das Wachstum bei Cyberversicherungen im Jahr 2024 erstmals stagnierte, sollten Vermittler den Fokus hier künftig stärker auf kleine Unternehmen unter 50 Beschäftigten legen, so der Rat von Heute und Morgen. Große Affinität zur Cyberversicherung haben insbesondere Gewerbekunden, die mit sensiblen Daten arbeiten. Beispielsweise hat unter Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern bereits jedes zweite Unternehmen laut den Analysten von Heute und Morgen einen Cyberschutz abgeschlossen.
Aber die Cyberversicherung ist nicht nur für bestimmte Betriebe geeignet. Für jedes Unternehmen, das im Internet aktiv ist, gehört sie mittlerweile zum Pflichtprogramm. Denn die Risiken sind einfach zu hoch – und dabei geht es eben nicht mehr nur um Attacken von Hackern.
Wie das „Allianz Risk Barometer 2025“ zeigt, ordnen Unternehmen weltweit Cyberzwischenfälle bereits zum dritten Mal zur größten Gefahr für ihr Geschäft ein. 3.778 Risikobeauftragte von eigenen Unternehmenskunden, Vermittlern und Handelsorganisationen aus 106 Ländern und Regionen haben die Marktforscher befragt. Jeder durfte bis zu drei Risiken nennen – bei 38 Prozent waren es die erwähnten Cybergefahren. In Deutschland sind es sogar 47 Prozent.
Angesichts der Fortschritte in der Technologie, schnellerer Netzwerke und der Zunahme von Telearbeit und digitalem Handel, werden Cyberrisiken wie Datenschutzverletzungen und Ransomware-Angriffe in Zukunft wohl noch weiter zunehmen. Hinzu kommt Künstliche Intelligenz (KI), die diese und weitere Bedrohungen verstärken und beschleunigen könnte. Phishing-Mails sind durch KI etwa auf ein ganz anderes Level gehoben worden. Sie sind perfekt geschrieben, in allen Sprachen und ohne Rechtschreibfehler. Dadurch wird es immer schwieriger, sie von regulären E-Mails zu unterscheiden. Die regelmäßige Schulung der Mitarbeitenden ist daher ein wichtiger Baustein eines größeren IT-Sicherheitskonzepts, bei dem Cyberversicherer unterstützen können.

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