Marco Heß ist Geschäftsführer der FML Finanzierungs- und Mobilien Leasing GmbH & Co. KG. © FML/Steven Haberland
  • Von Redaktion
  • 02.04.2025 um 08:35
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Leasing ist für viele Kunden aus dem Mittelstand ein fester Bestandteil der Finanzierung. Marco Heß von FML Finanzierungs- und Mobilien Leasing erklärt, warum Makler gut beraten sind, das Thema stärker ins Blickfeld zu nehmen.

Was zeichnet Leasing als Finanzierungsform aus?

Marco Heß: Neben klassischen Bankkrediten zählen Leasing und Mietkauf zu den etablierten Finanzierungsformen im gewerblichen Mittelstand. Und das aus gutem Grund: Über ein Viertel aller gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen wird heute über Leasing realisiert – darunter Maschinen, Fahrzeuge, Medizintechnik und IT.

Auch wenn das Neugeschäftsvolumen der Leasingbranche 2024 leicht rückläufig war, zeigt der stabile Anteil an den Investitionen mit 26,1 Prozent die hohe Relevanz des Modells. Besonders stark gefragt war Leasing im Fahrzeugbereich: Rund 48 Prozent aller neu zugelassenen Autos wurden 2024 geleast – bei Elektroautos sogar 56 Prozent. Um 1,2 Prozent steigerte sich das Neugeschäftsvolumen im zweitstärksten Leasing-Segment Busse, LKW, Hänger und Transporter.

Auch die Sektoren Agrartechnik (+7,4 Prozent) und Medizintechnik (+1,3 Prozent) wuchsen im vergangenen Jahr. Besonders dynamisch entwickelten sich die Investitionen in erneuerbare Energieanlagen. Die Leasing-Finanzierungen für regenerative Energieanlagen – vor allem Photovoltaik – verzeichneten ein Plus von 23,0 Prozent. Erstmals überschritt das Leasing-Volumen in diesem Bereich die Marke von eine Milliarde Euro.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Leasing nicht nur akzeptiert ist, sondern zunehmend als strategisches Finanzierungsinstrument genutzt wird, um Investitionen flexibel, planbar und kapitalschonend zu realisieren.

Aus welchen Branchen kommen die Kunden?

Heß: Die FML ist eine bankenunabhängige Leasinggesellschaft für mittelständische Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir beraten Mittelständler aus ganz unterschiedlichen Branchen. Dazu zählen unter anderem das Gesundheitswesen, also zum Beispiel Ärzte, Zahnärzte, Pflegedienste oder Pflegeeinrichtungen, der Handel wie Autohäuser und deren Werkstätten oder Unternehmen aus dem Baugewerbe, aber auch im Transport- und Logistikbereich sowie aus der Forst- und Landwirtschaft. Auf Platz 1 steht aber das Transportgewerbe. Im Bereich des verarbeitenden Gewerbes verleasen wir zusätzlich Maschinen und Betriebsausstattungen, im landwirtschaftlichen Bereich auch Nutztiere. Unser Portfolio ist sehr breit gefächert, was die Sache interessant und gleichzeitig relativ sicher gegenüber konjunkturellen Schwankungen macht.

Und warum könnte das Thema Leasing für Versicherungsmakler interessant sein?

Heß: Weil wir dieselben Zielgruppen bearbeiten. Ob Transport und Logistik, Baugewerbe, Handel oder Gesundheitsweisen: Sie alle unterliegen einer Versicherungspflicht oder sind zur eigenen Absicherung der Existenz gut versichert. Teilweise nehmen diese Aufgaben unabhängige Makler wahr. Gewerbliche Kunden des Maklers sind auch diejenigen, die wir in der Leasingbranche bei ihren Investitionen beraten und begleiten.

Welche Gefahren könnten sich daraus ergeben?

Heß: Da Leasinggesellschaften und Makler die gleiche Zielgruppe ansprechen, bieten einige Leasinggesellschaften neben der Finanzierung auch den passenden Versicherungsschutz an. Für viele Makler bedeutet das, dass sie potenzielle Kunden verlieren und finanzielle Einkommensverluste am Monatsende einbüßen müssen.

Wie könnten Makler diesem Problem vorbeugen?

Heß: Es geht nicht darum, Leasinggesellschaften als Konkurrenz anzusehen, sondern miteinander zu kooperieren. Um diesem Problem vorzubeugen, sollten Makler das Produkt Leasing in ihr Angebotsportfolio aufnehmen und es ihren Kunden zusätzlich anbieten.

Welche konkreten Vorteile bringt eine Zusammenarbeit mit einer Leasinggesellschaft?

Heß: Es entsteht ein zusätzlicher finanzieller Zugewinn – ohne echten Mehraufwand. Denn: Der Makler hat den Kunden bereits – und die gesamte Leasingabwicklung übernimmt die Leasinggesellschaft, also zum Beispiel FML. Wir gewähren Maklern bei jedem erfolgreichen Vertragsabschluss eine Vermittlungsprovision. Diese richtet sich nach dem Anschaffungswert des finanzierten Objekts und variiert je nach Leasingpartner. Da viele Verträge nach durchschnittlich 38 Monaten verlängert oder neu abgeschlossen werden, kann das auch langfristig interessant sein. Und da wir unseren Partnern Kundenschutz gewähren, bleibt der Kunde beim Makler – wir kommunizieren ausschließlich über ihn.

Wie hoch ist der tatsächliche Aufwand für den Makler?

Heß: Minimal. Wir bieten eine persönliche Einführung, Akquisitionshilfen und begleiten jede Anfrage individuell – von der Idee bis zur Vertragsabwicklung. Unser Ziel ist es, Prozesse schlank und effizient zu gestalten, sodass der Makler sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann.

Wie schnell reagieren Sie auf konkrete Anfragen?

Heß: In der Regel erhalten unsere Partner innerhalb von 24 Stunden einen Finanzierungsentwurf. Das ist besonders wichtig, wenn es um kurzfristige Investitionen geht – da kann ein Bankkredit oft nicht mithalten, da die Prozesse dort erfahrungsgemäß viel länger dauern. Leasing ist hier deutlich flexibler und schneller umzusetzen.

Was raten Sie Maklern, die mit dem Thema noch keine Erfahrung haben?

Heß: Einfach ausprobieren. Wir begleiten jeden Schritt, bieten transparente Prozesse und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wer seinen Kunden Leasinglösungen anbietet, erweitert nicht nur das eigene Leistungsspektrum, sondern steigert auch nachhaltig die Kundenbindung.

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