- Von Andreas Harms
- 27.11.2024 um 10:38
Ähnlich unterwegs ist Makler Bastian Hopf, der die Alte Leipziger bevorzugt. „Sie bietet eine sehr gute Fondspalette an und ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Das empfinde ich als nachhaltiger als etwa eine Aktiengesellschaft“, so Hopf. Die Stuttgarter sieht er zwar auch als glaubhaft nachhaltig an. Doch sollte man auch immer die Effektivkosten und die kalkulierten Schlussüberschuss-Anteile im Blick haben, findet er.
IVFP überprüft Nachhaltigkeitskompetenz
Bei Henning Schmidt ist es anders herum. Er sieht die Stuttgarter mit ihrer Grünen Rente und dem Nachhaltigkeitsbeirat als Pionier vorn.
An Hilfe und Übersicht versucht sich übrigens das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Denn es bewertet Versicherer neuerdings auf ihre Nachhaltigkeitskompetenz. Grundlage ist ein langer Fragebogen zu den Themen Strategie, Prozesse, Produkt & Service und Kennzahlen. Einerseits geht es darum, wie sich die Häuser und Mitarbeiter selbst verhalten, aber auch darum, was sie mit dem Geld ihrer Kunden anstellen. Stichwort: Sicherungsvermögen. Die Ergebnisse der ersten Rating-Runde zeigt die folgende Tabelle. Doch da sind zweifellos noch einige Lücken enthalten, denn das Rating ist ja noch jung.

Nach den Inhalten für Depot oder Police befragt, fallen interessanterweise einige Namen, die nicht jeden Tag in der Zeitung stehen. Es ist eben die Frage, wer schon lange nachhaltig aus Überzeugung ist oder wer einfach mal auf den Zug aufsprang. So hält Brockerhoff – nicht zuletzt wegen ihrer FNG-Erfahrung – Fondsanbieter wie Triodos Asset Management, GLS Investments, Ökoworld oder die Umweltbank für vertrauenswürdig. „Die machen das seit Tag 1“, so Brockerhoff. Wobei Produkte der Umweltbank in Fondspolicen kaum bis gar nicht zur Wahl stehen, Ökoworld und Triodos dagegen durchaus.
Auch Makler Schmidt hält Ökoworld als Vorreiter für sehr glaubwürdig, mit „trennscharfem Konzept und guter Aktienauswahl“. Nur die Gesamtkostenquoten von über 2 Prozent pro Jahr sagen ihm nicht zu. „Wenn sie da mal runterkommen, dann wird das sehr interessant“, so Schmidt. Und dann zieht er einen anderen Fonds aus dem Ärmel: den Mischfonds Best of Green & Common Good (DE000A3E3YJ2) der Vermögensverwaltung Mehrwert. Die hat vor einigen Jahren der „nachhaltige Überzeugungstäter“ (O-Ton Schmidt) Gottfried Baer gegründet.
Im Portfolio stecken zirka 35 einzeln ausgesuchte Aktien aus zehn festgelegten „Gemeinwohlbranchen“, zum Beispiel Recycling, Bildung oder Wasser. Die übrigen 40 Prozent liegen in Mikrofinanz und damit in Tausenden Kleinstkrediten in den weltweiten Schwellenländern. Und von der Rendite geht ein Teil an gemeinnützige Projekte. Zwar ist auch dieser Fonds mit 1,78 Prozent laufenden Kosten nicht billig. Doch für Schmidt ist das wegen der speziellen Orientierung aufs Gemeinwohl verschmerzbar.

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