Maria Luís Albuquerque, EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen: Die Politikerin hat auf einer Konferenz erklärt, wie sie sich die Zukunft der Geldanlage vorstellt. © picture alliance/NurPhoto/Andrzej Iwanczuk
  • Von Andreas Harms
  • 02.04.2025 um 13:48
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Finanzbildung, Kompetenz und neue Produkte – anstatt mit Provisionsverbot zu hantieren, kommt EU-Finanzkommissarin Maria Luís Albuquerque sachlich und konstruktiv daher. Offenbar will sie wirklich Kleinanleger für die Finanzmärkte begeistern.

Die neue EU-Finanzkommissarin Maria Luís Albuquerque hat in einer Rede erklärt, wie sich die Europäische Union die Zukunft der Geldanlage unter anderem für Kleinanleger vorstellt. Davon berichtet der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, dessen Vorstand Frank Rottenbacher auf der internationalen Betterfinance-Konferenz dabei war. 

Demnach stellte Albuquerque die neue „Savings and Investment Union“ vor. Und die wiederum soll auf vier Säulen stehen: 

  • Private Investitionen fördern (ein ähnlicher Plan läuft auch in Deutschland in Bezug auf Infrastruktur)
  • Pensionssysteme verbessern
  • Finanzbildung stärken
  • Kapitalzugang für Unternehmen erleichtern
Kleinanleger sollen eigene Entscheidungen treffen

Die schon 2023 ins Spiel gekommene Retail Investment Strategy (Kleinanlegerstrategie) soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Allerdings mit konstruktivem Zungenschlag: Denn zum breit diskutierten Provisionsverbot und über Pflicht zur Weiterbildung verlor Albuquerque offenbar kein Wort. 

Stattdessen setzt sie darauf, dass Kleinanleger ihre eigenen Anlage-Entscheidungen treffen können sollen. Und dass sie somit die wirklich passenden Dienstleistungen wählen können. 

Denn sie seien wichtig für die Kapitalmärkte, so Albuquerque weiter. Doch viele seien noch immer von ihnen ausgeschlossen, weil die Informationen zu komplex seien und es an Transparenz und Vertrauen fehle. 

Die EU will sicherstellen, dass Produkte besser werden

Und dann lieferte sie Hinweise in Richtung von Produktanbietern: Die EU wolle sicherstellen, dass Kunden fair behandelt werden. Produkte sollen besser und Informationen verständlicher werden. Außerdem soll es weitere Möglichkeiten geben, Geld anzulegen. Als mögliche neue Kategorie nannte sie „Savings and investment accounts“.  

Derzeit schaut die EU-Kommission, was es in welchen Ländern schon gibt, und was funktioniert. Und wie man Investitionen noch fördern könnte. In den kommenden Monaten wolle man Schwerpunkte setzen und die ganze Angelegenheit mit Vorrang angehen. 

Die bisherige Version der EU-Kleinanlegerstrategie stößt mit Teilaspekten wie einem diskutiertem Provisionsverbot bei vielen Experten auf wenig Begeisterung. Dazu gehört auch der GDV. Welche drei Punkte der Verband aus Sicht von Versicherern und Anlegern bemängelt, lesen Sie hier.

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Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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