Ein Offshore-Windpark in den Niederlanden. © picture alliance / Zoonar | Fokke Baarssen
  • Von Karen Schmidt
  • 13.09.2021 um 13:09
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lesedauer Lesedauer: ca. 04:20 Min

Den Deutschen ist es bei der Altersvorsorge zunehmend wichtig, dass diese nachhaltige Kriterien erfüllt. Aber es gibt auch Hindernisse, die die Produktentwicklung hemmen. Hier erfahren Sie, welche das sind.

„Insgesamt ist das Wissen derzeit noch zu gering“, stellt auch Tanja Höllger fest. Interesse der Vermittler am Thema sei da, „aber es herrscht noch viel Unsicherheit, woran man Nachhaltigkeit im Versicherungsbereich konkret festmachen kann. Der Greenwashing-Verdacht wiegt schwer, was durch übereifrige und aktionistische Marketer zusätzlich befeuert wird“, so Höllger.

Die Vermittler selbst spürten diese Unsicherheit bei den Kunden am ehesten. Was könnte eine Lösung sein? Höllger: „Die Produktgeber müssen die Vermittler mit glaubhaften Produkten, idealerweise mit unabhängigen Prüf-Siegeln und übergeordnet mit einer überzeugenden Unternehmenskultur und Unternehmenspolitik versorgen.“

Die Sache mit der Rendite

Ein Glaube, der sich bei der nachhaltigen Kapitalanlage hält, ist etwa, dass „grüne“ Produkte den konventionellen von der Rendite her unterlegen seien. „Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Studien, die belegen, dass nachhaltige Investments in Sachen Rendite ebenso gut sind“, betont Andrea Schölermann von der Condor. „Manche Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass nachhaltige Investments dem Kunden sogar mehr Rendite bescheren“, sagt sie.

„Wer nachhaltig investieren möchte, muss im Vergleich zu konventionellen Kapitalanlagen nicht auf Rendite verzichten“, heißt es dazu auch von der Zurich Gruppe Deutschland. „Zahlreiche ­Studien und auch die von Zurich in der Kapitalanlage selbst gemachten Erfahrungen über viele Jahre bestätigen das.“ Auch in der Corona-Krise hätten nachhaltige Investmentfonds und ETFs gegenüber konventionellen Investitionsmöglichkeiten eine gleichwertige oder sogar bessere Performance gezeigt, so der Kölner Versicherer weiter.

Zwei Effekte spielen eine Rolle

IVFP-Partner Andreas Kick sieht die Entwicklung hier zweigeteilt: „Einerseits besteht die Gefahr, dass bei einem Investment in nicht nachhaltige Unternehmen Renditenachteile entstehen, da auf Industrien gesetzt wird, deren Gewinne sich beispielsweise auf prekären Arbeitsbedingungen oder der Gratis-Entsorgung ihrer Abgase begründen. Solche Praktiken sind nicht mehr zeitgemäß und werden mittelfristig von der Politik, aber auch vom Verbraucher abgestraft.“

Andererseits hätten besonders nachhaltige Unternehmen durch die aktuelle Fokussierung auch hohe Bewertungen, was die Rendite-Erwartung negativ beeinflusse. Kick: „Eine seriöse Aussage dazu, welcher dieser beiden Effekte überwiegt, kann schlichtweg heute nicht gegeben werden.“

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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