- Von Redaktion
- 28.07.2023 um 12:38
Hat man sich auf einen bestimmten Index als Basiswert festgelegt, folgt die Auswahl des passenden ETFs. Denn bei bedeutenden Indizes wie MSCI World oder FTSE All-World sind in der Regel konkurrierende ETF-Angebote erhältlich. Worauf also achten? Die Gesamtkostenquote (TER) stellt zwar ein wichtiges Auswahlkriterium dar, das bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollte. Aber allein auf die Kosten zu achten, kann sich als Fehler erweisen.
Bei ETFs auf die Historie achten
Denn die Qualität eines ETFs bemisst sich nicht nur am Preis, sondern auch an anderen Kriterien. Um diese überprüfen zu können, sollte der ETF idealerweise schon mehrere Jahre auf dem Markt sein und eine entsprechende Historie aufweisen. Auf diese Weise kann zum Beispiel beurteilt werden, ob und in welchem Umfang die Wertentwicklung des ETF von der Indexentwicklung abweicht. Die Kennzahl dafür ist der Tracking Error, über den sich die Qualität des Fondsmanagements bewerten lässt.
Ein weiteres Kriterium: Der ETF sollte eine gewisse Mindestgröße hinsichtlich des investierten Anlagevolumens erreicht haben. Denn je höher das verwaltete Vermögen (Assets under Management), umso besser die Handelsliquidität und desto geringer in der Regel der Spread, also die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. So liegt zum Beispiel der Spread beim Vanguard FTSE All-World ETF im Schnitt zwischen 6 und 8 Basispunkten. Der ETF ist bereits seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt und hat mittlerweile ein Anlagevolumen von über 18 Milliarden US-Dollar angesammelt.
Wie sich Ärger vermeiden lässt
Eine langjährige Historie und ein hohes Volumen sind auch deshalb relevant, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der ETF vom Anbieter geschlossen wird. Eine Fondsschließung ist aus Anlegersicht in der Regel ein Ärgernis. Entweder, weil das Fondsvermögen liquidiert wird, sodass Gewinne oder Verluste realisiert und gegebenenfalls Steuern fällig werden.
Oder weil der Fonds mit einem anderen verschmolzen wird, sodass sich womöglich der Anlageschwerpunkt ändert. Gerade junge ETFs mit einem Alter von bis zu drei Jahren weisen eine vergleichsweise hohe „Sterblichkeit“ auf. Es kann sich also auszahlen, beim Aufbau eines ETF-Portfolios auf Bewährtes zu setzen.

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