Fondsmanagerin analysiert Finanzdaten: Fondspolicen sind die beliebtesten Produkte auf dem Gebiet der Lebensversicherung © Freepik
  • Von Barbara Bocks
  • 01.04.2025 um 11:04
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lesedauer Lesedauer: ca. 02:50 Min

Der Aufwärtstrend in der deutschen Lebensversicherung hat sich zwar etwas verlangsamt. Insgesamt steht sie aber besser da. Das liegt vor allem an ganz bestimmten Produkten und ist für die Branche nicht unbedingt nur eine gute Nachricht.

Ein Vergleich mit den Studienergebnissen der vergangenen Jahre zeigt, dass Fondspolicen durchweg positive bis sehr positive Bewertungen erhalten, während klassische Modelle – mit Ausnahme der bAV – an Bedeutung verloren haben. Zwar tragen höhere Überschussbeteiligungen und der gestiegene Höchstrechnungszins aktuell zu einer besseren Prognose bei. Allerdings reicht dies aus Lars Heermanns Sicht nicht aus, um eine Renaissance der klassischen Lebensversicherung zu bewirken.

Deckungsstöcke werden weniger wichtig

Der anhaltende Trend in Richtung Fondspolicen bedeutet zugleich, dass kollektive Ausgleichsmechanismen über die Deckungsstöcke der Anbieter, wie sie die Lebensversicherung traditionell prägen, weniger wichtig werden.

Stattdessen dominieren Fondsinvestitionen und direkte Kapitalmarktbeteiligungen das Altersvorsorgegeschäft der Gesellschaften. Dadurch steht die Branche verstärkt im Wettbewerb mit Banken und Investmentanbietern. Einfacher dürfte das Neugeschäft dadurch nicht werden.

Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) konnte die Branche 2024 zumindest beim Einmalbeitrag wieder ein deutliches Plus verzeichnen. Beim laufenden Beitrag hingegen traten die Lebensversicherer im vergangenen Jahr auf der Stelle.

Assekurata sieht Lichtblick für Lebensversicherer und ihre Branche

Dennoch signalisieren die Studienergebnisse einen Lichtblick, sowohl insgesamt als auch in bestimmten Produktsegmenten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Einschätzungen bestätigen oder ob externe wirtschaftliche und politische Faktoren für Rückschläge sorgen.

Positiv könnten sich die gesunkene Inflation und die gestiegenen Reallöhne auswirken. Dennoch werden die weiterhin sehr hohen Preise viele Personen vermutlich dazu bewegen, weniger in langfristige Altersvorsorgeprodukte zu investieren.

Stattdessen könnten mehr Leute zu „Vorsichtssparen“ tendieren, bei dem sie Geld für schlechte Zeiten zurücklegen. Hinzu kommen noch regulatorische Herausforderungen. Sie werden die Produktgestaltung und den Geschäftserfolg der Lebensversicherer beeinflussen.

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Barbara Bocks

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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