Zwei Männer stehen vor einer Yacht: Ab welchem Einkommen jemand in Deutschland als reich gilt, hat das IW Köln untersucht. © avatar alexeyzhilkin / Freepik
  • Von Barbara Bocks
  • 25.03.2025 um 12:13
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Ab welchem monatlichen Einkommen gelten Personen eigentlich als reich? Und ab wann zählt man zur Mittelschicht? Das IW Köln hat sich dieser Fragen angenommen. Wie viel Prozent der Deutschen laut IW-Definition als einkommensreich gelten und wie viel sie monatlich verdienen.

Ab wann gilt man als reich und welches Einkommen ist typisch für die Mittelschicht? Eine neue Studie des IW Köln zeigt: Singles sind ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 1.850 Euro Teil der Mitte im engeren Sinne, eine vierköpfige Familie ab 3.880 Euro. Ab einem monatlichen Einkommen von 5.780 Euro gelten Singles als einkommensreich.

Dass eine Familie mit vier Personen nicht das vierfache Einkommen eines Singles braucht, um zur Mitte zu gehören, liegt an der sogenannten Bedarfsgewichtung: So brauchen etwa Kinder weniger Geld als Erwachsene. Und nicht jedes Familienmitglied wäscht mit der eigenen Waschmaschine. Zur Mittelschicht gehört eine Person nach IW-Köln-Definition, wenn ihr bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen zwischen 80 und 150 Prozent des mittleren Einkommens (Median) liegt.

Nur 4 Prozent der Bevölkerung gelten als reich

Wer mehr als 250 Prozent des Medians im Monat zur Verfügung hat, zählt zur Gruppe der relativ Einkommensreichen: Für Singles gilt das ab mindestens 5.780 Euro. Nur rund 4 Prozent der Menschen in Deutschland gehören zu dieser Gruppe.

Dass nur 4 Prozent der Bevölkerung „reich“ sind, deckt sich nicht mit der Wahrnehmung der Menschen in Deutschland. Frühere Befragungen zeigen, dass der geschätzte Anteil einkommensreicher Menschen bei 25 Prozent liegt. „Reich sind in der eigenen Wahrnehmung zumeist die anderen“, sagt Studienautorin Judith Niehues. „Dass man als Paar ohne Kinder mit einem gemeinsamen Einkommen von über 8.670 Euro zu den einkommensreichsten 4 Prozent der Bevölkerung zählt, überrascht viele.“

Auf der Internetseite des IW Köln können Interessierte ihr Nettoeinkommen mit dem deutschen Durchschnitt und unterschiedlichen Größen wie Alter, Wohnort und Familienstand vergleichen.

Datengrundlage der Studie des IW Köln ist das EU-SILC, eine Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen aus dem Jahr 2023. Sie betrachtet das Haushaltseinkommen nach Steuern, Abgaben und Transferleistungen, also das Nettoeinkommen. Diese Angaben beziehen sich auf das Jahr 2022.

Neben den Arbeitseinkommen berücksichtigen die IW-Köln-Studienleiter Renten, Kapital- und Vermögenseinkommen sowie geschätzte Mietvorteile aus selbstgenutztem Wohneigentum unter Abzug von Instandhaltungsausgaben, Hypotheken und Steuern. Als Bedarfsgewicht nutzen sie die modifizierte OECD-Skala.

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Barbara Bocks

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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