Ein Ehepaar schaut auf dem Elbedeich der Ortschaft Borstel zwei Schiffen hinterher: Die Hinterbliebenabsicherung behandeln Berater oft nur stiefmütterlich, warnt Carsten Mathé in seinem Gastbeitrag.. © dpa/picture alliance
  • Von Carsten Mathé
  • 28.08.2017 um 15:24
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Die Absicherung der Hinterbliebenen wird für den Rentenbezug – wenn überhaupt – oft stiefmütterlich behandelt oder schlecht gestaltet. Denn die populärsten Bausteine sind für eine Hinterbliebenenversorgung ungeeignet, findet Carsten Mathé, verantwortlich für das Produktmanagement Versicherungen beim Finanzdienstleister Plansecur.

Ist die Frau zehn Jahre jünger, beträgt die Rente 381 Euro monatlich oder es ist ein höherer Beitrag von 328 Euro zu zahlen. Umgekehrt verhält es sich, wenn die Frau zehn Jahre älter ist: In diesem Fall beträgt die Rente 475 Euro monatlich oder es wäre ein Beitrag von 265 Euro zu entrichten. Daraus folgt: Wenn der wirtschaftlich Stärkere nur an den Kapitalerhalt, nicht aber an die lebenslange Absicherung denkt, nimmt er Rendite wichtiger als die Versorgung seiner Frau.

Rentengarantiezeit und Restkapital sind keine Vorsorgebausteine. Eine Hinterbliebenenversorgung darf in ihrer Höhe nicht davon abhängen, wann der Hauptverdiener stirbt. Sie ist nur dann eine echte Versorgung, wenn der Hinterbliebene lebenslang bedarfsgerecht abgesichert ist.

Mein Appell an jeden Berater:

Gehen Sie das Thema aktiv an. Anders als bei der Risikolebensversicherung sind die Mehrbeiträge für die Hinterbliebenenrente keine verlorenen Beiträge. Vielmehr wird durch sie ein höherer Kapitalstock ermöglicht. Dieser erhöht den Gestaltungsspielraum für die Rentenbezugsphase unabhängig davon, wie die familiäre Situation bei Rentenbeginn tatsächlich aussieht.

Mein Appell an die Lebensversicherer:

Schärfen Sie das Profil Ihrer Vorsorgeprodukte mit bedarfsgerechten Absicherungsmöglichkeiten und stellen Sie Beratern und Kunden verständliche Informationen und einfache Vermittlungsprozesse zur Verfügung. Nur so kann das derzeit im Markt vorherrschende Prinzip Hoffnung in der Hinterbliebenenversorgung durch die passende Absicherung des Bedarfs erfolgreich abgelöst werden.

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Carsten Mathé

Carsten Mathé verantwortet den Bereich Produktmanagement Versicherungen beim Finanzdienstleister Plansecur aus Kassel.

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