- Von Karen Schmidt
- 10.08.2022 um 13:54
Wer hat im Rentenalter die günstigeren Wohnkosten – Mieter oder Eigentümer einer Immobilie? Dieser Frage ging das Berliner Forschungsinstitut Empirica für die LBS-Wohneigentumsstudie nach. Die Berechnung beruht auf Werten des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2018.
Das Ergebnis: Bei einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro zahlen Mieter im Rentenalter im Schnitt knapp 640 Euro Miete pro Monat. Eigentümer über 64 in derselben Einkommensgruppe müssen im Mittel nur 435 Euro monatlich berappen.
Der Preis dafür: In jüngeren Jahren sind die Wohnkosten der Eigentümer höher. So zahlen die unter 40-Jährigen im Schnitt 725 Euro für Zinsen, Tilgung und Nebenkosten, während die durchschnittliche Bruttowarmmiete der Gleichaltrigen nur 628 Euro beträgt.
Schon in der Altersgruppe der 40- bis 54-Jährigen fällt die Wohnkostenbelastung der Eigentümer laut der Studie ein wenig geringer aus. Wobei das auch vom Wohnort abhängt. Am frühesten ist dieser Punkt nach den Berechnungen von Empirica in kleineren Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern erreicht. In größeren Großstädten dauert es länger. Das liegt an den höheren Immobilienpreisen. Aber auch daran, dass die Menschen hier öfter studieren und deswegen länger brauchen, bis sie das erste Mal richtig Geld verdienen.
Ein weiteres Ergebnis: Eigentümer kommen bei ähnlichem Einkommen oft in den Genuss einer höheren Wohnqualität als Mieter. Sie haben zum Beispiel mehr Fläche, bessere Möbel und wohnen in einer besseren Lage. Schon unter 40-jährige Eigentümer mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro leben in einem Haus oder einer Wohnung, für die sie fast 700 Euro an Kaltmiete aufbringen müssten – während die durchschnittliche Miete in dieser Alters- und Einkommensklasse tatsächlich nur bei 410 Euro netto kalt liegt. Diese Schere öffnet sich mit steigendem Alter immer weiter.
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