Florian Reuther ist seit März 2019 Direktor und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des PKV-Verbandes. © PKV-Verband
  • Von Lorenz Klein
  • 10.04.2019 um 16:28
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SPD-Chefin Andrea Nahles hat gefordert, die Eigenanteile für Pflegebedürftige zu deckeln und alle künftigen Kostensteigerungen von der Pflegeversicherung bezahlen zu lassen – keine gute Idee, findet der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Florian Reuther. Der SPD-Vorstoß verschärfe den Generationenkonflikt, so Reuther.

Die SPD stelle mit ihren Reformvorschlägen zur gesetzlichen Pflegeversicherung „einen ungedeckten Scheck zulasten der Kinder und Enkel aus“, kritisierte PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther am Dienstag in einer Stellungnahme.

Es sei „sozialpolitisch nicht gerecht“, dass die SPD die Eigenanteile der Pflegebedürftigen deckeln und alle Kostensteigerungen „auf die künftigen Beitrags- und Steuerzahler verlagern“ wolle, so Reuther weiter. So würde eine Deckelung etwa auch Gutverdienern zugutekommen, die darauf gar nicht angewiesen seien.

Im Falle einer Umsetzung der Vorschläge seien „steigende Beitrags- und Steuersätze auf Kosten der Jüngeren und steigende Lohnzusatzkosten zu Lasten des Wirtschaftsstandortes Deutschland“ die Folge sowie die „kritische 40-Prozent-Obergrenze der Sozialabgabenquote dauerhaft durchbrochen“.

Kritik an Bürgerversicherung

Der PKV-Verbandsdirektor erneuerte zugleich seine Kritik an Plänen zur Einführung einer Bürgerversicherung, die in der SPD auf viel Zuspruch stößt. Eine Einbeziehung der Privatversicherten löse „kein einziges Finanzierungsproblem“, so Reuther. Denn: Die große Mehrheit der heute Privatversicherten würde keineswegs den Höchstbeitrag in einer „Pflege-Bürgerversicherung“ zahlen, jedoch „lebenslang die gleichen Kosten verursachen wie alle anderen – nur ohne kapitalgedeckte Vorsorge“, wie der PKV-Manager hinzufügte. Vielmehr müssten für eine stabile Pflege-Finanzierung mehr Menschen und Leistungen kapitalgedeckt abgesichert werden, so die abschließende Forderung Reuthers.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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