Wohnhaus am See: Eine Lösung zur Elementarschadenversicherung ist aktuell Teil der Koalitionsverhandlungen der neuen Regierung. © Wirestock / Freepik
  • Von Barbara Bocks
  • 31.03.2025 um 16:36
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lesedauer Lesedauer: ca. 02:35 Min

Die Elementarschadenversicherung bleibt ein großes Thema für die Versicherungsbranche. Und CDU und SPD sprechen wohl gerade darüber in ihren Koalitionsverhandlungen. So bewerten Experten aus der Branche den aktuellen Plan aus Berlin.

Für die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten (BdV) geht das Vorhaben der Politiker in die richtige Richtung. „Deutschland hängt bei der Naturkatastrophenabsicherung hinterher – wie bei vielen anderen infrastrukturellen Themen auch“, sagt BdV-Vorstand Stephen Rehmke und weiter: „Seit einem Vierteljahrhundert diskutieren Politiker in Deutschland über eine sinnvoll ausgestaltete und vor allem auch flächendeckende Elementarschadendeckung. Es braucht eine Hauruckaktion, um den Rückstand aufzuholen“, sagt Rehmke.

Bei Elementarschadenversicherung sind Details entscheidend

Wie erfolgreich die Pläne der Koalitionspartner sein werden, hängt von den Details ab. Entscheidend wird aus Rehmkes Sicht sein, wie die Regelungen im Versicherungsvertragsgesetz aussehen.

Das gilt vor allem für:

  • Leistungsvoraussetzungen,
  • Deckungsumfang,
  • Selbstbeteiligungen und
  • Prämiengestaltung.

Eine Opt-out-Lösung für den Elementarschutz birgt Gefahren. Denn zu viele Eigentümerinnen und Eigentümer verzichten auf Absicherung, wenn der geplante gesetzliche Mindeststandard sie nicht überzeugt.

„Es gibt bessere Lösungen, als lediglich den Abschluss einer marktgängigen Elementarversicherung verpflichtend zu machen“, sagt Rehmke. Sein Vorschlag: ein flächendeckendes Konzept, das Versicherungs-, Präventions- und staatliche Schutzmaßnahmen miteinander verknüpft und Bestandteil einer staatlich getragenen Klimafolgenanpassung sein sollte.

Öffentlich-private Partnerschaften gegen Katastrophenschäden

Die staatliche Prävention dürfe sich nicht darauf beschränken, überschwemmungsbedrohte Gebiete aus den Bebauungsplänen zu streichen, meint Rehmke weiter. „Wir brauchen öffentlich-private Partnerschaften, in denen Maßnahmen koordiniert werden, mit denen man Katastrophenschäden eindämmen und so den Versicherungsschutz bezahlbar halten kann.“

„Über den verpflichtenden Abschluss einer Elementarversicherung können dem Staat Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, die er zweckgebunden in Präventionsmaßnahmen stecken kann“, sagt der BdV-Mann.

Der BdV macht sich für ein kollektives Pflichtsystem stark, um Elementarschäden über einen öffentlich verwalteten Risikopool abzusichern. Dieses System sollten die Bundesländer zusammen mit der Versicherungswirtschaft in einem Public-Private-Partnership-Modell umsetzen. Ein Zuschlag auf die Grundsteuer soll aus Rehmkes Sicht für die Finanzierung sorgen.

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Barbara Bocks

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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